Nächste, bitte! Lebenswerke abzugeben | Mach es in Brandenburg (23)

Shownotes

Nächste, bitte 🙏🏻 ! 𝗨𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝗻𝗲𝘂𝗲 #𝗣𝗼𝗱𝗰𝗮𝘀𝘁🎙️-#𝗦𝗲𝗮𝘀𝗼𝗻 𝘀𝘁𝗮𝗿𝘁𝗲𝘁 𝗺𝗶𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗺 𝗦𝗽𝗲𝗰𝗶𝗮𝗹-𝗙𝗲𝗮𝘁𝘂𝗿𝗲 rund um das Thema #Unternehmensnachfolge 👩🏼‍❤️‍👩🏽 🫱🏼‍🫲🏽 🏭 und beleuchtet eine Situation, auf die #Brandenburg - natürlich auch ganz #Deutschland - zusteuert.

Denn allein hier bei uns fehlen für über 54.000 Betriebe Unternehmerinnen und Unternehmer, die das Lebenswerk eines anderen weiterführen möchten. Und nur etwa 23 Prozent werden familienintern übergeben - und auch dieser Prozess ist ohne die richtige Planung und Unterstützer eine echte #Mammutaufgabe. Torsten Stehr, unser Chef für den Bereich Unternehmensförderung, zeigt im Interview mit Reporterin Stefanie Schuster auf, welche Arten von Betrieben suchen, welche Chancen eine Übernahme #Gründern bieten könnte, aber auch welche Auswirkungen Unternehmensschließungen auf die Attraktivität gerade ländlicher Regionen haben wird.

🎬 🎤 𝗠𝗮𝗰𝗵 𝗲𝘀 𝗶𝗻 𝗕𝗿𝗮𝗻𝗱𝗲𝗻𝗯𝘂𝗿𝗴: 𝗡𝗮𝗰𝗵𝗳𝗼𝗹𝗴𝗲-𝗦𝗲𝗮𝘀𝗼𝗻

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00:00:00: Das sind Größenordnungen, die man auch merken würde, würden die alle abschließen.

00:00:04: In Brandenburg sieht es so aus, dass etwa 23% der Betriebe in der Familie übergeben werden.

00:00:11: Aber es ist halt eben kein Sprint, sondern eher ein Dauerlauf.

00:00:15: In diesen Jahren geht eine Ära zu Ende, und zwar die der Babyboomer.

00:00:29: Wer von ihnen in seinem Berufsleben einen eigenen Betrieb gegründet und geleitet hat,

00:00:34: braucht nun ziemlich bald einen Nachfolger oder einen Nachfolgerin.

00:00:40: Doch einen Betrieb zu übergeben, das ist eine Kunst für sich.

00:00:45: Denn es geht ja nicht nur um Geld und Güter, sondern vor allem um ein Lebenswerk, das weitergeführt werden soll.

00:00:53: Ein Familienunternehmen ist nämlich immer auch genau das.

00:00:57: Ein lebendiges Stück von einem selbst, gehegt, gepflegt und wenn es kränkelt,

00:01:03: dann sitzt man am Krankenbett und macht sich Sorgen.

00:01:07: Im Land Brandenburg betrifft die Nachfolgefrage 54.000 Unternehmen.

00:01:13: Und nicht mal ein Viertel von ihnen kann den Betrieb an eine Tochter oder einen Sohn weitergeben.

00:01:19: Was machen die anderen drei Vierteln?

00:01:26: Wie macht man das, einen Betrieb so weiter zu reichen, dass sich möglichst niemand hintergangen,

00:01:32: übervorteilt oder überfordert fühlt?

00:01:35: Das alles wollen wir in dieser neuen Staffel besprechen, und zwar mit Mitgliedern unseres Kamerbezirkes.

00:01:43: Mein erster Gast ist Thorsten Steehr in der IHAK Potsdam, Fachbereichsleiter, Unternehmensförderung

00:01:51: und jetzt eben auch Überlebenshilfe für Betriebe in Zeiten des Generationswechsels.

00:01:57: Mein Name ist Stefanie Schuster und ich freue mich, dass Sie eingeschaltet haben.

00:02:02: Guten Tag Herr Steehr.

00:02:04: Hallo Frau Schuster.

00:02:06: Das Problem ist komplex, es ist emotional und es steckt ganz viel Geld und Kundschaft dahinter.

00:02:12: Wie groß ist es in diesem Kamerbezirk und wie groß ist es in Brandenburg?

00:02:18: In Brandenburg gehen wir davon aus, dass 54.000 Unternehmen inzwischen betroffen sind,

00:02:24: als Eigentümer, Geschäftsführer über 55 Jahre haben.

00:02:29: Und für unseren Kamerbezirk Potsdam kann man 24.000 Unternehmen rund sagen, die es betrifft.

00:02:36: Und das sind Größenordnungen, die man auch merken würde, würden die alle abschließen.

00:02:41: Das bedeutet einerseits Verlust an Know-how, an Einkommen, an Arbeitsplätzen,

00:02:47: zum anderen aber auch für die Region in Verlust an Attraktivität.

00:02:51: Stellen Sie sich vor, in Jüderburg oder in Perleberg dann der letzte Schuhändler

00:02:57: oder Buchladen schließt und ähnliches die Dienstleiste, Reinigung schließt.

00:03:02: Das bedeutet alles in Verlust an Attraktivität auch für die Region.

00:03:06: Nun klingt über 55 Jahre ziemlich tief gegriffen als Zahl, weil man ja noch ein Stück bis zur Rente hat.

00:03:13: Aber es ist halt eben kein Sprint, die Unternehmensübergabe, sondern eher ein Dauerlauf.

00:03:18: Also man braucht schon einige Jahre, um den Richtigen zu finden, wenn das eben nicht schon familiär vorgegeben ist.

00:03:25: Man muss den Richtigen finden und zum anderen gibt es auch links und rechts dann wirklich sehr viele restliche,

00:03:31: steuerliche, viele andere Probleme zu klären.

00:03:34: Sie haben das schon angesprochen, Herr Steher, lange Jahre Vorbereitung.

00:03:37: Was ich in der Unterlage oder in den Unterlagen gefunden habe, ist, dass man mit fünf Jahren rechnet,

00:03:43: die Einarbeitung, Planung, steuerliche Sicherungen und vielleicht auch die Sache mit dem Erben abklärt.

00:03:50: Warum dauert das eigentlich so lange?

00:03:53: Es ist zum einen, das ist das größte Thema eigentlich, das finden in den Nachfolgers,

00:03:58: ob nun in der Mitarbeiterschaft oder extern, denn in Brandenburg sieht es so aus,

00:04:04: dass etwa 23 % der Betriebe in der Familie übergeben werden.

00:04:08: Diese Tradition der Familienunternehmen hat natürlich was mit deutscher Geschichte zu tun

00:04:13: und mit den Umbrüchen, die es hier im Osten, in den Besitzverhältnissen, in den Wirtschaftsstrukturen gab,

00:04:19: dass man halt eben gerade erst wieder anfängt, Familienunternehmen aufzubauen

00:04:24: und dazu kommt halt eben auch das Selbstbewusstsein und die Emanzipation auch der jungen Menschen,

00:04:30: dass die sagen, nee, ich will jetzt nicht unbedingt den Job der Eltern antreten

00:04:34: und da muss man dann natürlich gucken, welche Alternativen gibt es.

00:04:38: Also 23 % kann man sagen, wird gerade so in der Familie geregelt

00:04:43: und alles andere passiert außerhalb.

00:04:46: Drei Viertel suchen also außerhalb der Familie.

00:04:50: Betrifft das alle Branchen gleichermaßen?

00:04:53: Ja, das kann man auf jeden Fall sagen.

00:04:55: Also ob Dienstlaster, ob Handler oder Industrieunternehmen, betrifft das alle gleichermaßen.

00:04:59: Wenn man die Betriebsstrukturen anguckt, kann man natürlich unterscheiden.

00:05:04: Bei Großunternehmen wird das natürlich oft genug.

00:05:07: Konzernintern irgendwo entschieden und auch bei größeren Betrieben ist ja so,

00:05:12: dass man mehrere Führungsebenen hat, wo dann auch Personen heranwachsen können.

00:05:16: Aber nach wie vor ist der Durchschnittsbetrieb in Brandenburg so ungefähr mit zehn Mitarbeitern,

00:05:21: neun bis zehn Mitarbeitern besetzt.

00:05:24: Und da ist die Zielgruppe natürlich in erster Linie, dann sind es kleine und mittelige Unternehmen,

00:05:30: die ja auch die Wirtschaftsstruktur hier bei uns bestimmen.

00:05:33: Das sind Dienstlaster, Handler, Industrieunternehmen.

00:05:37: Im Tourismus natürlich viele Unternehmen auch in Brandenburg,

00:05:41: aber selbst Agrarbetriebe melden sich auch, dann die sind zum Teil auch in der IHK organisiert.

00:05:46: Und natürlich betrifft es auch das Handwerk in besonderem Maße.

00:05:49: Das merken wir immer, wenn wir irgendwas zu reparieren haben,

00:05:52: die Handwerker wären knapp.

00:05:54: Das ist natürlich auch für die Handwerkskammern das selbe Thema steht

00:05:57: und wir arbeiten da auch eng zusammen.

00:05:59: Natürlich braucht man dafür also eigentlich eine Plattform,

00:06:04: wo sich diejenigen, die ihr Unternehmen übergeben wollen oder müssen,

00:06:10: mit jenen, die interessiert daran wären, einzusteigen, treffen.

00:06:14: Die IHK Potsdam hat doch sowieso es eingerichtet oder nicht?

00:06:18: Es gibt zum einen virtuelle Angebote, zum anderen Angebote, wo man sich vor Ort trifft.

00:06:24: Wir haben seit mehreren Jahren ein Projekt zum Thema Nachfolge,

00:06:28: was vom Land gefördert ist.

00:06:30: Dafür an der Stelle auch mal ein herzliches Dankeschön.

00:06:33: Wir arbeiten da auch eng mit der ILB, mit der Bürgschaftsbank des Landes zusammen

00:06:37: und vielen anderen Einrichtungen im Rahmen dieses Projektes.

00:06:41: Es gibt es Anlaufstellen in den Handwerkskammern, in den IHKs.

00:06:45: Wir haben für uns das Thema schon Anfang der 2000er Jahre gesehen

00:06:49: und da entsprechende Referat geschaffen.

00:06:52: In der Projektarbeit gibt es verschiedene Produkte, wo man sagen kann,

00:06:56: ja, das läuft in Richtung der Frage.

00:06:58: Also zum einen gibt es den Nachfolgeklub, wo Interessierte sich anmelden können

00:07:04: und sagen können, wir stehen als potenzielle Übernehmer zur Verfügung,

00:07:08: aber auch Betriebe, die sagen also bei uns steht eine Übergabe an,

00:07:12: sind herzlich willkommen.

00:07:14: Und im Rahmen dieses Clubs erfolgt dann eine Vermittlung.

00:07:18: Wir haben verschiedene analoge Formate wie die Next Night.

00:07:22: Das ist eine große Veranstaltung, wo sich Übergeber und Übernehmer treffen.

00:07:27: Da gehen wir vom Landkreis zu Landkreis in jedem Jahr.

00:07:30: Aber regelmäßig haben wir auch Sprechstage in unseren Regionalzentren,

00:07:34: wo man solche Themen anbringen kann.

00:07:36: Wir haben die Nachfolgesalons, die immer wieder in der Region stattfinden.

00:07:40: Und als Portal, das ist immer jetzt im digitalen Bereich, haben wir die Next Change,

00:07:45: die es ja schon eine ganze Weile gibt, deutschlandweit von allen hierherkas Betrieben.

00:07:50: Mehr oder weniger ein schwarzes Brett.

00:07:53: Und da haben wir auch gesehen, dass es vielleicht auch noch Potenzial hat

00:07:57: und insofern uns umgetan, haben in Mecklenburg-Vorpommern ein tolles Portal gefunden,

00:08:03: die Nachfolgezentrale, die dort von der Bürgschaftsbank und in Kammern betrieben wird

00:08:08: und haben das jetzt hier in Brandenburg auch eingeführt.

00:08:11: Ebenfalls mit der Bürgschaftsbank zusammen mit Unterstützung des Landes und der ILB.

00:08:15: Und das ist eine Matching-Plattform.

00:08:17: Also da gehen Übergeber und Übernehmer rein.

00:08:20: Das Ganze ist jetzt relativ frisch, zwei Monate her, dass wir es gestartet haben.

00:08:24: Und es sind bereits, also für unsere Region, 101 Betriebe drinnen,

00:08:29: die jetzt Nachfolger suchen und 140 Übernahmeinteressierte sind auch drin.

00:08:34: Das war so immer unser Manco, weil wir ein bisschen im Trüben gefischt haben,

00:08:38: was die Übernehmer angeht.

00:08:40: Wir sind an Hochschulen, wir haben natürlich auch Gründungsinteressierte angesprochen,

00:08:45: aber dass wir direkt einen Überhang, einen Interesse hätten,

00:08:48: das war in der Vergangenheit nicht der Fall.

00:08:50: Da kamen eher mehr Betriebe auf den einen Übernahmewilligen zu

00:08:54: und jetzt kehrt sich das so ein bisschen mithilfe des Portals.

00:08:58: Und das eröffnet natürlich neue Chancen und Möglichkeiten.

00:09:02: Da haben Sie ja gleich einen riesen Feld eröffnet, Herr Stär.

00:09:06: Wenn Sie sagen, das wird bei der Bürgschaftsbank angedockt,

00:09:10: dann bedeutet das natürlich, dass es da vor allem auch um Geld gehen muss,

00:09:15: weil ja jeder, der übernimmt, auch einen Betrieb ablösen muss.

00:09:21: Das heißt auch dafür bezahlen muss.

00:09:23: Ist das was, was da in der Bürgschaftsbank auch speziell nochmal begleitet wird?

00:09:27: Das ist sicherlich ein Thema auch für Bürgschaften, die übernommen werden.

00:09:31: Das ist sicherlich auch ein größerer Teil der Klientel jetzt für die Banken

00:09:36: oder ein interessanter Teil aus der Wirtschaft geworden.

00:09:39: Das Betriebsübernahmen jetzt so eine Rolle spielen hier

00:09:42: und das natürlich dafür auch Kapital aufgebracht werden muss.

00:09:46: Einerseits gibt es die mittelständische Beteiligungsgesellschaft,

00:09:50: die natürlich da unterstützt, auch mit Eigenkapital, ähnlichen Instrumenten

00:09:56: und zum anderen gibt es halt eben die Bürgschaftsbank,

00:09:59: die mit Bürgschaften unterstützt.

00:10:01: Und das Thema Kapital und Wertbemessung für das zu übergebende Lebenswerk

00:10:07: ist natürlich ein großes Thema und natürlich auch für junge Menschen dann,

00:10:11: die eine Selbstständigkeit zutrauen, auch die Frage, woher bekomme ich das.

00:10:16: Da braucht es schon Unterstützung.

00:10:18: Ich würde nur noch mal sagen, diese Nachfolgezentrale ist ein Gemeinschaftsprodukt,

00:10:22: aller IHKs, Handwerkskammern und der Bürgschaftsbank in Brandenburg

00:10:26: aufgehängt im Moment bei der HWK in Cottbus, aber Anlaufstellen bei uns allen.

00:10:31: Bei uns im Haus sind allein vier Mitarbeiter damit beschäftigt mit dem Thema Nachfolge

00:10:37: und ich würde auch dazu noch mal ergänzen, dass natürlich das, was damit zu tun hat,

00:10:44: dass ganz viele Betriebe halt nach der Wende gegründet wurden.

00:10:47: Also diese Gründergeneration tritt jetzt ab

00:10:50: und deswegen ist es besonders hier auch in den ostdeutschen Bundesländern

00:10:54: ein sehr großes Problem.

00:10:56: Nun sind da, wenn es erst eine Generation alt ist,

00:11:01: ein Unternehmen vielleicht auch die Leidenschaften nicht so groß.

00:11:04: Ist es hier genauso schwierig wie im Westen?

00:11:07: Da würde ich gar nicht den Unterschied so ziehen,

00:11:10: denn ein Mensch, der ein Unternehmen aufgebaut hat,

00:11:13: da steckt sehr viel Emotionalität drin, da steckt ein Guteil des eigenen Lebens,

00:11:19: der eigenen Ideen und Kreativität drin und das fällt natürlich den Menschen schwer.

00:11:23: Sich davon auch zu lösen, definitiv.

00:11:26: Trotzdem möchten wir appellieren, sich bei Zeiten damit zu beschäftigen,

00:11:31: was ist die Perspektive des Unternehmens, woin geht es,

00:11:34: auch wenn mitunter auch viel Tagesgeschäft anliegt,

00:11:38: es zeichnet einen verantwortlichen Unternehmer,

00:11:41: eine verantwortliche Unternehmerin auf jeden Fall aus,

00:11:44: wenn sie bei Zeiten überlegen, wie kann das in Zukunft vielleicht übergeben werden,

00:11:49: damit eben dieses Lebenswerk auch eine Fortsetzung findet.

00:11:53: Bei aller Emotionalität muss man, denke ich, bei Zeiten auch damit anfangen,

00:11:58: weil es eben nicht in einem Jahr in der Regel erledigt ist.

00:12:02: Wir haben für solche Notfälle oder für diese Situation,

00:12:06: die eintreten könnte oder auch für eine langfristige Planung,

00:12:10: unterschiedliche Instrumente.

00:12:12: Einerseits kann man einen potenziellen Übernehmer,

00:12:15: unseren Nachfolgekennwass nutzen

00:12:17: und daran spielere ich auch mit einem Unternehmensberater eventuell

00:12:21: oder dem Steuerberater, dem Eignen, mal durchspielen.

00:12:24: Was sind so meine Ziele für die Zukunft,

00:12:27: wenn ich vielleicht nicht mehr so aktiv im Unternehmen bin?

00:12:30: Was habe ich irgendwo noch vor?

00:12:32: Was soll mit meinem Unternehmen passieren?

00:12:34: Wohin soll es sich entwickeln?

00:12:36: Was muss ich dafür tun auf diesem Weg dahin?

00:12:38: Das ist fast schon spielerisches Angebot, was wir haben, kommt auch so daher.

00:12:42: Vielleicht wäre es besser,

00:12:44: wenn die Unternehmer würden nochmal das Spiel des Lebens spielen.

00:12:47: Genau. Also der Vergleich sei...

00:12:49: durchaus erlaubt, dass wir diesen Unternehmerkennwass oder Nachfolgekennwass als ein Spiel des Lebens

00:12:56: so ein bisschen uns vorstellen und da halt eben auch uns nochmal probieren, auch mit der Perspektive,

00:13:02: wohin geht es mit mir, wohin geht es mit dem Unternehmen, wohin geht es mit den Mitarbeitern.

00:13:06: Die zweite Möglichkeit der Canvas setzt ja schon so ein bisschen voraus, dass man sehr intensiv

00:13:14: mit der Nachfolge sich auseinandersetzen will. Der zweite Punkt, den man auf jeden Fall auf dem

00:13:19: Schirm haben sollte, dass mit vorigen Alter natürlich immer was passieren kann und wir

00:13:24: leider Gottes auch in unserem tagtäglichen Geschäft immer wieder die Situation haben,

00:13:30: dass Angehörige zu uns kommen, dass Mitarbeiter zu uns kommen aus Betrieben und sagen, es ist

00:13:35: irgendwie was passiert und wie geht es jetzt weiter? Um dem auch vorzubeugen, gibt es ein Notfallhandbuch

00:13:42: unsererseits, was man nutzen kann, wo halt eben schon vorgeplant wird. Erst mal, wie soll es mit

00:13:48: einem Betrieb weitergehen? Das ist zugleich auch eine Vorarbeit für eine Übergabe auch zu Lebenszeiten.

00:13:54: Wo sind wichtige Dokumente abgelegt? Welche Verträge habe ich? Wie soll es mit Geschäftspartnern

00:14:00: weitergehen und ähnliches? Das kann ich nur empfehlen, so gleichbieten wie auch im Januar und

00:14:06: Februar jetzt, diesen Jahres in einer Reihanne, Webinarreihe, wenn man so will, zum Thema starke

00:14:13: Nerven in Zeiten der Krise. Starke Nerven braucht man immer? Starke Nerven braucht man immer und

00:14:19: genau im Fall der Übergabe ist es ja dieses Lösen auch vom Unternehmen, was Beistand braucht und

00:14:27: da möchten wir halt eben gerne helfen und auch deswegen fangen wir an sehr früh zu sensibilisieren,

00:14:33: halt eben nochmal auf die Zahl reflektiert. Wir starten ab Alter der Geschäftsführerinhaber

00:14:39: mit 55, aber die Realität ist, dass wir in Brandenburg noch im Alter von weit über 70

00:14:46: Unternehmenslenke am Start haben, die sich halt eben schwer lösen können und da steuert man

00:14:52: natürlich auch irgendwo auf eine schwierige Situation hin und das sollte man einfach vermeiden.

00:14:59: Und da kann ich nur nochmal einladen, nutzen Sie unsere Berater aus dem Haus, zum anderen arbeiten

00:15:06: wir natürlich auch eng mit Steuerberatern, mit der Kammer der Steuerberater, mit Anwälten dann auch

00:15:13: und Unternehmensberatern zusammen, die wir auch vermitteln können für einzelne kritische Fragen

00:15:17: und auch wenn so das Thema jetzt mal mit schwangen, wie geht es weiter mit Geschäftskunden, haben wir

00:15:23: auch festgestellt, dass man die Unternehmen immer wieder an sehr unterschiedlichen Abschnitten und

00:15:28: Situationen abholt, mal ist es für den Nachfolger sehr schwierig mit den Geschäftskunden, mit den

00:15:34: tradierten Geschäftskunden, zurecht zu kommen, zum anderen auch manchmal mit der Belegschaft und

00:15:40: dann ist halt eben in dem Falle vielleicht ein Mediator wichtig, den man mal als neutrale

00:15:46: Person auch in Unternehmen schicken kann. Auch da helfen wir auch, die kann man zum Beispiel bei

00:15:51: solchen Armveranstaltungen wie den Nachfolgesalungskänden haben. Nun sind Sie ja schon so lange im

00:15:57: Geschäft hersteller. Und wir reden seit Jahren, seitdem wir den Podcast machen, reden wir immer von

00:16:04: einem vom Fachkräftemangel, der die Wirtschaft zu behindern droht. Wenn wir jetzt auf die

00:16:11: Unternehmensnachfolgen schauen, gibt es auch einen Fachkräftemangel auf der Ebene, über die

00:16:20: wir jetzt sprechen, nämlich in der Unternehmensnachfolge. Sie sagen zum ersten Mal überhaupt

00:16:26: haben wir eine höhere Anfrage an Unternehmensnachfolgen als ein Angebot an Betrieben. Ganz kurz

00:16:34: gesagt prüft auch jemand wie qualifiziert, die Unternehmensnachfolgewilligen sind? Natürlich

00:16:42: schauen wir uns das an, versuchen mit Übernehmern auch ins Gespräch zu kommen und das ist auch ein

00:16:48: guter Aspekt jetzt der Förderung durch das Land, das halt eben auch stärker die Sensibilisierung

00:16:54: von potenziellen Übernahmekandidaten angesprochen wird und dass wir das eben auch mit Bewerkstelligen

00:17:01: können über das Projekt zum Beispiel. Aber wir schauen natürlich auch, gibt es im Grundungsbereich

00:17:07: Menschen, die zu uns kommen in die Regionalzelle zum Beispiel und sich für eine Grundung beraten

00:17:13: lassen, gibt es da zum Beispiel Potenzial und würden die eventuell übernehmen. Denn ein Aspekt haben

00:17:19: sie ja angesprochen Fachkräftemange. Das ist in Vorteil natürlich bei einer Unternehmensübernahme,

00:17:24: wenn man neu gründet, muss man neue Maschinen, muss man sich vielleicht auch andere Anlagen oder

00:17:30: Dinge zulegen und zum anderen vor allem auch Personal, wenn es schon ein bisschen größer werden

00:17:35: soll und das ist einfach in den gestandenen Betrieben, die es zu übernehmen gibt, schon gegeben. Also

00:17:42: das wäre auf jeden Fall ein Pluspunkt, über den man sich nicht so sehr dann den Kopf zerbrechen

00:17:48: braucht. Für die Zahl der Übernehmer spielt die demografische Entwicklung auch eine Rolle und

00:17:53: da muss man sagen sind ja die Zahlen gerade im Erwerbstätigen Bereich eher fallend,

00:18:00: während die Zahl der über 65-Jährigen eben ansteigt und fallend im zweistelligen Bereich auch für

00:18:08: Brandenburg bis 2030. Also insofern muss man sich wirklich überlegen, welchen Weg man da geht und

00:18:15: wir versuchen halt eben auf vielen Ebenen und da und dann auch in Hochschulen Menschen anzusprechen

00:18:20: und für das Thema zu gewinnen wichtig ist, dass man sich eine Selbstständigkeit zutraut und dass

00:18:26: man halt eben auch eine gewisse Idee von dem, was man tut, entwickeln kann und Umsetzung stark dabei

00:18:33: auch ist. Idee und auch eine Vorstellung davon, das Unternehmer zu sein auch bedeutet, sich mit

00:18:39: Leib und Leben und allem Vermögen einzusetzen und vor allem viel Arbeitszeit sind wir bei

00:18:44: einem weiteren crucial point herstehen. Sind wir schon bei dir Generation angelangt, der Work-Life-Balance

00:18:52: über allem anderen stehen soll? Ja, Unternehmertum bedeutet sicherlich sehr viel persönliches

00:18:59: Engagement, das sollte man nicht wegreden, aber es gibt auch heute noch unter der jungen Generation

00:19:06: genügend Menschen, die wirklich engagiert arbeiten wollen, die Lust haben zu gestalten und sich zu

00:19:12: verwirklichen. Ich glaube, das ist ein besonderer Aspekt. Natürlich die konjunkturelle Lage,

00:19:17: die spielt uns ein bisschen entgegen mit einer Vollbeschäftigung anehen und ist natürlich

00:19:23: die Situation noch mal schwieriger, aber trotzdem also dieses Thema eigene Ideen verwirklichen,

00:19:29: selbst Strategien zu entwickeln und umzusetzen, das sind alles Punkte, die man vielleicht als

00:19:35: Angestellter eher eingeschränkt erleben kann und das ist das Plus, weil man selbstständiger ist

00:19:41: und wir würden uns natürlich wünschen, dass man in Schulen und an anderen Stellen auch an Hochschulen

00:19:47: mehr dafür wirbt, auch für ökonomisches Wissen einerseits sorgt, aber zum anderen auch dafür

00:19:53: wirbt, dass eine Selbstständigkeit auch eine Option ist im Leben später mal und da stehen

00:19:59: wir auch gerne bereit. Wir haben die Unternehmensbotschafter, die vorgestanden Unternehmerinnen

00:20:05: und Unternehmer auch in Schulen gehen und mal erzählen, wie so einfach ihr zum Teil sehr

00:20:10: krummer Lebensweg auch war und bis sie dann Unternehmerinnen geworden sind. Das können

00:20:16: wir einfach auch nur anbieten, Schulen, die interessiert sind. Herzlich willkommen auf jeden

00:20:20: Fall. Und trauen sich den Frauen genauso häufig wie Männer oder gibt es da auch eine Lücke?

00:20:26: Es ist im Moment sicherlich noch so, dass mehr Männer Gründen übernehmen. Es sind etwa 30 Prozent.

00:20:34: Frauen, die bei uns jetzt im Projekt auch anklopfen und sagen, wir hätten hier in der

00:20:39: Resse auch eine Übernahme zu realisieren. Also es ist nicht so schlecht, aber auf jeden Fall

00:20:44: steigungsfähig. Nun war eine ganze Zeit lang, war ja Management, Buyouts, ein ganz heißes Ding.

00:20:51: Ist das überhaupt noch so, also dass jemand Prokurist, Prokuristin, möglicherweise aus der

00:20:57: Firma sagt, also ich kann das Ding, ich kenne die Zahlen, ich übernehme es einfach selbst.

00:21:02: Gibt es das hier? Ja, gibt es auch natürlich und das wäre auch immer unsere erste Empfehlung,

00:21:07: jemanden aus dem Unternehmen zu nehmen, denn der kennt einfach schon vieles und wenn wir noch mal

00:21:13: auf unsere Gesamtzahl der Unternehmensübernahmen gucken der letzten Jahre, kann man sagen,

00:21:19: das bewegt sich immer so um die 20 Prozent, dass es aus dem eigenen Unternehmen jemand übernimmt,

00:21:25: ist auch nicht allzu viel und macht schon deutlich, dass die Masse halt eben wirklich extern gefunden

00:21:30: werden muss. Aber auf jeden Fall die Ermutigung da auch Menschen zu fördern, einerseits an die

00:21:36: Unternehmer, Menschen zu fördern im eigenen Unternehmen und aufzubauen, denn das bringt

00:21:41: viele Vorteile. Man kennt die Leute, man weiß wo Stärken schwächen sind und kann sie auch

00:21:46: entsprechend noch auf dem Weg fördern, zum Beispiel mit Qualifikationen, zum anderen haben die den

00:21:52: Vorteil, dass sie vielleicht auch schon die Geschäftspartner kennen, dass sie vielleicht die

00:21:56: betriebliche Situation auch sehr gut einschätzen können und vielleicht schon immer irgendwelche

00:22:01: eigenen Ideen mit sich getragen haben, die dann vielleicht auch sehr im Sinne des abgebenden

00:22:06: Umsetzungen finden könnten. Wir sprechen hier quasi über den ideal laufenden Prozess, aber Herr

00:22:14: Stär, Sie sind ja schon so lange hier im Amt, haben Sie auch schon mal so eine Unternehmensnachfolge

00:22:19: so richtig gegen die Wand Donnern sehen? Ja, also es gibt sicherlich eine ganze Zahl an Betrieben,

00:22:26: die man über die Jahre auch erlebt hat, wo man sich plötzlich fragt, wo sind die jetzt oder die

00:22:31: vielleicht auch bei uns waren und nicht den Richtigen gefunden haben. Vielleicht hilft er auch

00:22:36: nochmal eine Zahl vom DIHK, der DIHK hat so ein Nachfolgerreport, den er veröffentlicht. Ich sage

00:22:42: mal schnell, deutscher Industrie- und Handelskammertag, die Dachorganisation aller IHK in Deutschland

00:22:49: vollkommen richtig und da hatte man konstatiert im letzten vorliegenden Report, dass circa 28% der

00:22:58: Unternehmen abschließen wollen und die Ursache hat man da auch hinterfragt und es waren am Ende

00:23:04: 96% die nicht den richtigen Nachfolge gefunden haben und das macht nochmal deutlich, die werden

00:23:10: sicherlich in ihrer Familie oder halt eben in der Belegschaft gefragt haben oder sich umgetan

00:23:15: haben und wahrscheinlich war es dann doch die externe Nachfolge, die nicht geklappt hat und das

00:23:20: macht auch nochmal deutlich, dass es Zeit braucht den Richtigen zu finden, einerseits fachlich,

00:23:26: andererseits auch vom Betriebswirtschaftlichen. Dann steht die Finanzfrage natürlich auch jemand,

00:23:33: der das Potenzial hat, der auch führen kann, wenn es um Mitarbeiter geht. Es gibt natürlich auch

00:23:39: etliche Betriebe, die sehr klein sind in Brandenburg oder ein Mann- und ein Frauunternehmen, wo man

00:23:45: halt eben auch trotzdem eine Vision haben sollte, wo soll es hingehen und da denke ich, klappt es nicht

00:23:51: gleich beim ersten Mal mit, dass das Dichamie stimmt und man zueinander findet. Und die Mitarbeiter

00:23:57: auch noch mitspielen auch ganz interessante Sachen, nicht jeder alte Hase mag sich da ein

00:24:02: neues Häschen ins Nest sitzen lassen. Nun haben sie gesagt, wie es nicht gehen sollte, haben sie auch

00:24:08: ein Beispiel dafür, wie das mal ganz toll lief? Ja, haben wir auch ganz viele Beispiele, aber ich

00:24:14: will jetzt nicht spoilern, weil wir haben ja vor in dieser Podcastreihe diverse Unternehmen

00:24:20: vorzustellen und da soll die Neugier schon erhalten bleiben. Es werden tolle Unternehmen

00:24:25: präsentiert und zum anderen ist das Anliegen der Podcastserie auch nochmal verschiedene Tools

00:24:32: zu zeigen, ein bisschen stärker vorzustellen, als es jetzt hier passieren konnte, aber auch

00:24:37: handelnde Personen, zum Beispiel aus unserem Team mit einzubizisieren und zum anderen halt eben auch

00:24:43: noch der ganze Kranz, der darum gehört, die Verbände, die unterstützen können bzw. einzelne

00:24:49: Akteure wie Unternehmensberater, wie Steuerberater, Anwälter etc. So ist das, wenn man lange und

00:24:56: glücklich zusammenarbeitet, Herr Steyerl. Ich danke bis hierher und dafür, dass Sie schon mal

00:25:01: den Teezer gesprochen haben, den brauche ich jetzt nicht mehr machen. Ich danke Ihnen ganz herzlich,

00:25:06: dass Sie so viel Zeit für mich hatten. Ja, ich danke ebenfalls und wünsche uns viele interessiert

00:25:13: an dem Thema und kann nur einladen, nutzen Sie unsere Services. Fitsich, das hätte ich jetzt

00:25:18: auch noch gesagt. Danke Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer fürs Einschalten. Sie haben es schon gehört.

00:25:23: Wir wollen, dass Sie es in Brandenburg machen. Ich sage mal, bis bald. Mein Name ist Stefanie Schuster

00:25:30: und schalten Sie unbedingt wieder ein. Das wird total spannend bei uns. Tschüss!

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