Mit dem Loslassen ist halt so ein Ding | Mach es in Brandenburg (24)
Shownotes
𝗠𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗟𝗼𝘀𝗹𝗮𝘀𝘀𝗲𝗻 𝗶𝘀𝘁 𝗵𝗮𝗹𝘁 𝘀𝗼 𝗲𝗶𝗻 𝗗𝗶𝗻𝗴 🧗🏻✨💔 Aber Lebenswerk übergeben 💡🫱🏼🫲🏽🚀, heißt nicht immer komplett loslassen müssen. In der aktuellen Episode unseres #Podcasts stellen wir euch die spannende #Nachfolgekonstellation der Spielbau GmbH vor.
Fabian Lorenz hat sich vor einigen Jahren auf eine Ausschreibung als Assistenz der Geschäftsführung bei der Spielbau GmbH beworben - mit dem Hintergedanken, dass sich daraus mehr entwickeln könnte und wurde nicht enttäuscht.
Die #Gründer haben von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Heute führt Lorenz den #HiddenChampion in #Spielplatzdesign und -fertigung aus #Brandenburg an der Havel, stattet Kinderparadiese in der ganzen Welt von Berlin bis nach Australien aus. Die Gesellschafteranteile bleiben weiter in Familienhand der Gründer. Einer der beiden, Jörn Schäfer, bleibt seinem “Baby” in beratender Funktion erhalten.
𝗪𝗲𝗻𝗻 𝗲𝘀 𝗽𝗮𝘀𝘀𝘁: 𝗜𝘁’𝘀 𝗮 𝗺𝗮𝘁𝗰𝗵
”Viel Geld hatten wir nicht. Wir hatten Ideen und die konnten wir verkaufen. Da hatten wir Glück”, erzählt Schäfer aus der Gründungsphase in den Wendejahren. “Jetzt haben wir junge, energiegeladenen Leute gesucht, die das alles in unserem Interesse weiterführen.”
”Für mich als Jungeinsteiger in die Branche ist es sehr wertvoll, von den Erfahrungen der Gründer zu partizipieren und die auch immer wieder um Rat fragen zu können, gleichzeitig soviel Freiraum zu haben, meine eigenen Entscheidungen zu treffen”, betont Lorenz.
Und die Erfolgsbilanz dieser win-win-Situation kann sich sehen lassen: Internationaler Absatz, Spielgerätefertigung nach Wunsch vom 20 Meter Dinosaurier bis zum #Inklusiven Spielplatzelement, alles gefertigt aus zertifizierten, nachhaltigen Hölzern, ca. 1000 Aufträge im Jahr, Vollbeschäftigung und 120 Mitarbeitende und 15 Azubis.
I🎬 🎤 𝗠𝗮𝗰𝗵 𝗲𝘀 𝗶𝗻 𝗕𝗿𝗮𝗻𝗱𝗲𝗻𝗯𝘂𝗿𝗴: 𝗡𝗮𝗰𝗵𝗳𝗼𝗹𝗴𝗲-𝗦𝗲𝗮𝘀𝗼𝗻
Hört mal rein, lernt Best Practise-Cases von märkischen KMUs kennen, lasst euch inspirieren? Den Podcast “Mach es in Brandenburg” gibt auf euren favorisierten Streaming Plattformen (Apple, Spotify, Amazon, uv.m.) oder auf unserer Website https://www.ihk.de/potsdam/podcast. Außerdem freuen wir uns, wenn du uns likest, abonnierst oder weiter empfiehlst. Viel Spass!
Transkript anzeigen
00:00:00: Ja, das mit dem Loslassen ist halt so ein Ding. Das kann nicht so einfach. Man sollte, wenn man noch
00:00:04: genug Energie hat, der sich irgendwas suchen, was man dann machen will, reisen, segeln gehen. Von
00:00:10: daher bin ich eigentlich noch ein bisschen dankbar, dass ich ab und zu hier sein darf.
00:00:13: Gerade für mich als Jungeinsteiger in dieser Branche ist es sehr, sehr wertvoll von den
00:00:18: Erfahrungen der Gründer zu partizipieren und die auch immer wieder um Rat fragen zu können. Was
00:00:24: für mich vor allem wertvoll ist, ist, dass mir die beiden Gründer so viel freier umlassen,
00:00:28: trotzdem eine eigene Entscheidung zu treffen. Wenn man einen großen Teil seines Lebens darauf
00:00:38: verwendet, ein Unternehmen in die Welt zu setzen und es ans Laufen zu bringen und die geeigneten
00:00:44: Menschen ranzieht, um das auch zu führen und man selber sieht, es könnte jetzt auch alleine in
00:00:50: die Welt gehen und der Gründer oder die Gründerin erreicht das Rentenalter, dann muss man es eigentlich
00:00:56: abgeben. Wie tut man das am besten? Um darüber zu reden, bin ich heute nach Brandenburg gefahren
00:01:02: in die Alten Weinberge mit Björn Schäfer, dem Gründer der Spielbau GmbH und mit seinem
00:01:10: designierten Nachfolger Fabian Lorenz. Guten Tag, die Herren. Hallo. Schönen Tag, Voschüster.
00:01:17: Also wie schön, dass Sie Zeit haben. Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu
00:01:21: einer neuen Folge von "Mach es in Brandenburg" dem Podcast der IHK Potsdam. Wir stehen jetzt hier
00:01:31: schon mitten in der Werkshalle. Was passiert hier, Herr Schäfer? Hier werden alle Spielgeräte,
00:01:36: die früher im Kreativatelier entworfen wurden, von der Konstruktion konstruiert wurden,
00:01:40: vom Kunden beauftragt wurden, montiert und produziert. Wie viele sind denn das so im Jahr?
00:01:46: Wir hatten vorhin gezählt, es sind sogar 1000 Aufträge im Jahr. Neugeräte produzieren wir um
00:01:51: die 600 im Jahr. Vollbeschäftigung? Wir haben Vollbeschäftigung, absolute. Sogar so,
00:01:56: dass wir Leiharbeiter beschäftigen müssen, zum Teil noch, weil wir es uns nicht alleine schaffen.
00:02:00: Kriegt man hier so einfach Leiharbeiter? Ja, wenn man sich bemüht, dann bekommt man auch hier gute
00:02:05: Leiharbeiter. Muss man eigentlich immer ein solches Unternehmen zu gründen, Herr Schäfer? Muss man
00:02:10: da selber auch so ein bisschen Spielkind sein? Spielkind nicht, weiß ich. Es ist schon ein hardes
00:02:15: Unternehmen und ein harter Markt. Man muss kämpfen, muss ehrgeizig sein, aber sicher
00:02:19: eine Herz für Kinder haben, ganz klar. Herr Schäfer, wie sind Sie denn dazu gekommen? Das
00:02:24: Unternehmen ist knapp 30 Jahre alt, ne? Vielleicht erst mal, ich habe es nicht alleine gemacht,
00:02:28: sondern ich hatte einen Partner, den Herrn Jürgen Schilling. Will ich auch hier grüßen, wenn er das hört.
00:02:32: Entstanden ist das ganze Tatsache durch eine Zeitungsanlenkse. Ich war vor der Wende,
00:02:36: weil ich frei sein wollte, in den Westen gegangen. Ich habe eine Zeitungsanlenkse gelesen,
00:02:41: dass ein Spielplatzgeräte Hersteller ein Betriebsleiter suchte. Ich habe einen Anzug gebrockt,
00:02:46: ein Auto gebrockt, bin hingefahren, habe mich beworben und die habe ich genommen. Die Mauer fiel
00:02:50: und dann habe ich Herrn Schilling kennengelernt und wir haben beschlossen, dass wir selber damals
00:02:54: zu dritt eine Firma aufbauen. Und Sie waren ziemlich alleine damit auf Feld und Flur,
00:02:58: oder? Gab es hier große Konkurrenz? Klar, es sind natürlich alle aus Europa nach Ostdeutschland
00:03:03: gekommen, um hier zu bauen. Der Markt war riesig damals, gerade 1991, unbeschreiblich,
00:03:10: hat uns auch geholfen. Hier in Ostdeutschland gibt es leider nicht so viele Firmen, die sich gegründet
00:03:14: haben. Ist vielleicht bloß eine Handvoll. Kannten Sie vielleicht den Brandenburger Markt besser?
00:03:20: Nee, gar nicht. Absolut nicht. Das war wirklich ein Sprung ins kalte Wasser und wir hatten einfach
00:03:25: Glück. Das heißt viel Arbeit, 60 Stunden Woche, 70 Stunden Woche hinfahren zum Kunden, abends
00:03:29: noch die Zeichnungen machen, Handskizzen machen. Die Kunden überzeugen, dass sie das kaufen,
00:03:34: was in den 90er Jahren aber wesentlich einfacher war als heute. Das hat uns auch geholfen,
00:03:38: weil viel Geld hatten wir nicht. Wir hatten Ideen und die konnten wir verkaufen. Hatten wir Glück.
00:03:42: Ja, da sind wir schon gleich mitten im Thema Lebenswerk und Leben aufbauen. Warum war das in
00:03:48: den 90er Jahren einfacher als heute? Es gab nicht dieses Ausschreibungssystem in Ostdeutschland,
00:03:54: sage ich mal. Anfang der 90er, da waren die großen Neubauviertel in Berlin,
00:03:58: Mazar, in Hellersdorf, und die mussten ganz dringend was machen. Bevor sie Wohnung renoviert haben,
00:04:02: haben sie erst mal einen Spielplatz gebaut. Herr Schelfer, Sie sehen jung und frisch aus.
00:04:07: Aber Ihr Unternehmen wollen Sie jetzt weitergeben. Wie sind Sie darauf gekommen?
00:04:11: Na weitergeben, ja, aber es bleibt ja in Familienhand. Die Gesellschaftsanteile sind ja bei der
00:04:16: Familie von Manchilling und bei meiner Familie. Und wir haben uns so entschieden, dass wir das so
00:04:21: machen und haben junge, energiegeladene Leute gesucht, die das dann in unserem Interesse
00:04:27: weiterführen. Da blinkern wir doch gleich mal zu Herrn Lorenz. Herr Lorenz, haben Sie hier gelernt?
00:04:32: Nee, hier habe ich nicht gelernt. Ich habe ganz klassischen Studien absolviert, habe dann nach
00:04:37: einem Konzern gearbeitet und im Start-up und bin dann in den Mittelstand gekommen.
00:04:41: Wie kommen Sie denn aus dem klassischen Mittelstand in ein solches ganz besonderes Unternehmen,
00:04:47: also Spielzeuge, Kindergarten, Spielzeuge herzustellen? Das ist ja kein Alltagsbusiness,
00:04:53: oder? Wie kommen Sie darauf? Ich würde sagen Mischung aus Zufall und Glück. Ich habe mich dazu
00:04:58: entschieden, einen regionalen Arbeitgeber zu suchen, der in meinen Augen etwas macht,
00:05:01: was sinnstüffend ist und bin dann durch Glück auf die Spielbauer gehen. Wir haben damals aufmerksam
00:05:05: geworden, habe die Gründer Herrn Schäfer und Herrn Schilling kennengelernt. Wir haben einige gute
00:05:09: Gespräche geführt über den aktuellen Stand der Firma, aber auch über Entwicklungsmöglichkeiten
00:05:13: und haben uns dann gemeinsam entschieden, mal ein Versuch zu wagen. Wo ereilt ein denn dieser
00:05:18: Glücksstrahl doch gewiss nicht im Liegestuhl, oder Herr Lorenz? Nee, tatsächlich nicht. Ganz
00:05:23: klassisch im Internet, wie man sich heutzutage auch in Online-Dating-Plattformen kennenlernt,
00:05:26: haben wir uns kennengelernt. Also ich bin über eine Anzeige gekommen und habe die Anzeige gesehen,
00:05:30: habe gedacht, das wäre vielleicht etwas Spannendes auch für mich für meine Entwicklung und das hat
00:05:33: sich dann bis heute zumindest bewahrheitet. Herr Schäfer, wir stehen ja nicht umsonst hier in
00:05:37: Ihrer Werkhalle. Wie haben Sie denn Herrn Lorenz so angefüttert? Haben Sie gesagt, komm,
00:05:42: wir gehen mal auf die Rutsche? Da er BWLer ist, hätte das wahrscheinlich nicht so gezündet.
00:05:48: Nein, wir haben ihn ganz einfach, ganz fair alles gezeigt, mit offenen Karten gespielt von Anfang
00:05:55: an. So und so steht es, so sieht es aus, so viele Leute sind wir, da wollen wir hin,
00:05:58: die Entwicklung könnte funktionieren. Die Chancen sind da, die Perspektiven sind da, hast du Lust.
00:06:04: Wollen wir mal gucken? Können wir sehr gerne machen, wenn Sie mögen, ja? Ich laufe Ihnen nach.
00:06:08: Vorsicht, Augen auf, ihr seid jetzt nicht darauf vorbereitet. Oh, das ist ja cool. Das ist eine
00:06:13: klassische Anlage, die wir konzipiert haben für Leute im Rollstuhl. Sie können also hier rauf fahren
00:06:19: mit dem Rollstuhl, können Spielelemente nutzen und wir haben hier so ein inklusives Spiel entwickelt.
00:06:25: Das ist ja wahnsinnig cool. Wie kommen Sie dann darauf? In Zusammenarbeit mit Architekten,
00:06:31: auch die Städte haben ihre Vorstellungen, wir sind sehr engagiert, was dies betrifft,
00:06:35: haben unsere Leute, die da geschult sind und Inklusion ist gerade ein großes Thema in Deutschland,
00:06:40: aber auch weltweit, wie wir gerade erfahren haben und weil wir dort sehr viel verkaufen und auch
00:06:44: dort ist das ein Thema. Also diese Richtung werden wir weiter forcieren bei uns. Ein richtiges
00:06:49: Zukunftsthema, ein, nehme ich an, Herr Lorenz, hinter dem Sie auch stehen, oder? Absolut, ja,
00:06:54: Inklusion ist wichtiger denn je und Gott sei Dank auch mittlerweile im Mittelpunkt der Gesellschaft
00:06:59: angekommen. Wir haben sehr, sehr gut ausgebildete Lerndesigner, die sich mit dem Thema beschäftigen.
00:07:03: Wir haben Inklusion übersetzbar gemacht in unserer Firma, weil es ist nicht ganz einfach,
00:07:07: gerade auch für die Firmen, die das einplanen und planen jedes Jahr neue Spielelemente, um
00:07:12: Spielplätze inklusiver zu gestalten. Wenn Sie jetzt mal erklären, Herr Schäfer, Sie aus dem Business,
00:07:18: was eigentlich an so einem Gerät anders ist als an denen, die Sie vorher hergestellt haben. Ich
00:07:27: sehe als Laie die Steigung. Es geht in eine Art Kletterturm. Hier wird noch eine Rampe ergänzt.
00:07:33: Die Rampe wird wohl so um die 5 Meter lang werden, schätze ich mal, wenn ich da so gucke. Und es ist
00:07:39: deutlich breiter und die Spiele, nennt man das noch Käsekästchen, was Sie da so an der Seite haben.
00:07:45: Die Spiele sind also in einer, ich würde mal sagen, erwachsenen Kniehöhe. Es sieht alles ein
00:07:51: bisschen nicht so wild aus. Wo bestehen die Hauptunterschiede? Erstens in der Materialität.
00:07:56: Wir haben hier sehr hochwertige Materialien. Wenn Sie sehen, die Standfosten sind aus Edelstein.
00:08:00: Das ist also wirklich mit lebenslanger Garantie. Die unsere Kunden, die Kommunen, meistens haben
00:08:05: echt keine Sorgen mehr damit, weil die Wartungskosten die explodieren und wir haben es dem angepasst
00:08:10: und haben wirklich nur hochwertige Materialien, die wir anbieten. Das honorieren die Kunden,
00:08:15: in denen sie solche Sachen bestellen. Wir haben teuerstes Urbinenholz, was wir auch selber bearbeiten hier.
00:08:20: Hält auch für immer? Das hält sehr lange, ja. Wir sind nachhaltigkeitszertifiziert. Das heißt...
00:08:27: Das ganze Holz, was bei uns verarbeitet wird, kommt aus nachhaltiger Fastwirtschaft aus Europa.
00:08:31: Und da achten wir auch sehr drauf, dass wir nur das, was nachhaltig beforstet wird,
00:08:35: auch dann verwenden wir uns. Keine Imprignierung ist notwendig. Es hält einfach so.
00:08:39: Echt? Ist das zufassend? Aber das muss doch dann auch mehr Fach teuer sein, oder?
00:08:44: Ja. Also man darf auf keine Angst haben vor großen Zahlen, wenn man in ein solches Unternehmen einsteigt, oder, Herr Lorenz?
00:08:50: Ich glaube, das darf man nirgendwo haben. Jetzt habe ich das Glück gehabt, auch schon in Konzernen arbeiten zu dürfen.
00:08:55: Da sind vielleicht die Zahlen manchmal sogar noch größer. Ich würde aber gar nicht sagen,
00:08:59: dass große Zahlen abschrecken sind. Die Herausforderung ist, manchmal mit den kleineren Zahlen zu arbeiten.
00:09:02: In einem Konzernen hat man manchmal Budgets über mehrere Millionen, um Dinge zu entwickeln.
00:09:06: Das hat man im Mittelstand nicht immer so. Das heißt, die Herausforderung mit manchmal wenig Mitteln viel zu schaffen,
00:09:12: da ist manchmal größer als die Herausforderung mit vier Millionen kleine Schritte nach vorne zu machen.
00:09:17: Das hat der ostdeutsche Jahr gelernt, Herr Schäfer. Muss man dann auch manchmal seine Spielgeräte selber zeichnen können?
00:09:25: Na so sind wir entstanden. Ich habe das alles früher gemacht.
00:09:28: Haben Sie das gelernt?
00:09:30: Ich habe mal Maschinenbau studiert. Ich habe dann noch ganz klassisch am Zeichenbrett gesessen. Früher, in den 90er Jahren.
00:09:37: Und habe das alles per Hand gezeichnet.
00:09:39: Und haben Sie das Ihrem Nachfolger auch beigebracht?
00:09:42: Nein.
00:09:44: Eben nicht, aber wir sind ein super Team. Vielleicht können wir da hochgehen nochmal zur Konstruktion und zu unserem Kreativatelier.
00:09:49: Ich immer auf Ihren Spuren.
00:09:51: Sehr, sehr engagierte Leute, die sehr gut sind im Computer. Heute wird natürlich alles im 3D gezeichnet.
00:09:57: Ganz anders. Die sind einfach viel besser ausgestattet, haben gute Ideen. Ein super Team. Gucken wir uns an.
00:10:03: Ja, danke sehr gerne. Eigentlich ist das ja was, was auch immer so ein Praktiker braucht, Herr Lorenz.
00:10:09: Ich sehe mich eher als sehr zahlengetriebenen Menschen und freue mich aber, die Chance zu haben in einer Firma, die sinnstiften tätig ist, mitzuwirken.
00:10:18: Das war mein Ansinn, nachdem ich viele Jahre Dinge gemacht habe, die mich zwar weitergekraft haben in der Entwicklung, aber mir das Gefühl gegeben haben, nichts wirklich Sinnvolles zu machen.
00:10:29: Bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich merke, dass meine Arbeit Menschen glücklich macht und ich glaube, was schöneres kann man als Inhalt nicht haben.
00:10:36: Herr Schäfer, wir haben gesehen, wo ganz schön viele Planner bei Ihnen oben an den Rechnern sitzen und nun Spielgeräte entwerfen.
00:10:47: Es ist genial. Man kann 3D alles sich angucken, man kann die Anlagen drehen, von oben unten alles betrachten. Man sieht, bevor man alles aufbaut, schon wo könnten Schwachstellen sein, wo entspricht irgendetwas nicht der Sicherheitsnorm.
00:11:00: Sie ahnen schon, dass ich Ihnen diese Frage nicht gestellt habe, um nur zu hören, warum das so toll ist. Ich wollte natürlich vor allem wissen, ob Sie einer von diesen modernen Gründern sind, die sich also nicht davor scheuen, weiter zu denken und weiter zu gehen.
00:11:14: Weil das natürlich auch in den Übergabeprozess einspielt. Meine steile These, Herr Schäfer, ist ja, wenn einer flink und beweglich bleibt im Kopf, dann fällt ihm vielleicht auch der Übergabeprozess leichter. Ist das so?
00:11:30: Ich muss gestehen, der gefällt mir gar nicht so schwer, der Übergabeprozess, weil der Herr Fabian Lorenz mich auch sehr viel teilhaben lässt noch.
00:11:37: Also Sie haben sich auf einer Plattform kennengelernt, auf einer digitalen Plattform. Wie war das, Herr Schäfer?
00:11:43: Es war, also Meeting Point ist eine Anzeigenplattform und da war eine Stelle ausgeschrieben für die Spieburg EMEH, die ich gesehen habe und dachte, das klingt interessant, werbe ich mich doch mal.
00:11:51: Was stand denn drin, Herr Lorenz? Wissen Sie das noch?
00:11:53: Ja, es war eine Assistenz für die Geschäftsführung ausgeschrieben und ich habe damals gesagt, das sind ja eigentlich ganz spannende Stellen, daraus kann sich manchmal mehr ergeben und so hat sich das dann auch im Gespräch dargestellt und dementsprechend sitze ich heute hier.
00:12:05: Ja, richtigen Riecher gehabt. Warum haben Sie denn nicht gleich nach einem Nachfolger gefragt, Herr Schäfer?
00:12:10: Eins aber gelernt, alles langsam anzugehen und erstmal zu überlegen, zu gucken, ob es passt. Das ist jetzt auch schon glaube ich 4, 5 Jahre her, seit zwar.
00:12:21: September 2020 haben wir uns kennengelernt.
00:12:25: Wir haben das wirklich langsam angefangen, haben aber dann auch recht Zeit mit dir besprochen, wo die Reise hingeht und aus heutiger Sicht alles richtig gemacht.
00:12:36: Was sind dann so die großen Ankerpunkte, worüber mussten Sie sich dann überhaupt noch erst klar werden? Herr Schäfer, alt wird man ja von alleine.
00:12:46: Ach so heiliger Schreck. Das ist einfach die biologische Zeit, die tickt, da muss man rechtzeitig anfangen. Wir haben es rechtzeitig getan.
00:12:55: Ich bin ja noch nicht ganz so alt. Hat Glück, dass es gleich mit dem ersten Mal funktioniert hat, wobei wir auch überlegt haben, in welche Richtung das gehen soll.
00:13:02: Man kann eine Firma verkaufen, man kann sie im Familienbesitz behalten. Es gibt verschiedene Wege. Wir haben es dazu entschieden, dass es gesellschaftsrechtlich im Familienbesitz bleibt und haben halt eine neue Führung gesucht.
00:13:14: Ist uns gelungen? Wir haben Glück gehabt.
00:13:16: Schreibt man sich da nicht an irgendeinem Punkt, so eine ganze Liste? Hallo Hans, hatten Sie eine Liste?
00:13:22: Ja, man macht sich sicherlich Gedanken, wenn man in so eine Position geht, weil da auch viel Verantwortung mit dran hängt nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Mitarbeiter und deren Familien, die hier versorgt werden über die Beschäftigung.
00:13:35: Und ja, es gibt viele Punkte, die man sich sicherlich vorher anguckt und die Gespräche, die wir in der Phase unseres Kennenlerns geführt haben, haben mich darin bestärkt, die Entscheidung zu treffen, hier einzutreten.
00:13:45: Und ich habe für mich hier eine ganz klare Zukunft gesehen.
00:13:48: Was sind das denn für Punkte, von denen Sie gesprochen haben oder die Sie sich vorher schon überlegt haben?
00:13:53: Man guckt sich natürlich Zahlen an und spricht auch über Zahlen. Das heißt, wie hat sich die Firma in den letzten Jahren entwickelt? Wie sieht der Markt aus und was macht das umfeldt?
00:14:01: Welche Unterschiede gibt es in der Firma, was unterscheidet uns vielleicht auch von anderen, worauf man aufbauen kann, um in die Zukunft zu entwickeln?
00:14:07: Und da war so viel gutes Fundament, was ich gesehen habe, dass ich gesagt habe, das ist für mich auch eine spannende Aufgabe, das vorzuführen im Sinne der Gründe, aber auch vielleicht in die nächste Generation zu tragen.
00:14:17: Die Entscheidung, was mit mir in der Firma passiert, die haben wir auch getroffen, bevor ich meinen ersten Arbeitstag gehabt hatte.
00:14:22: Das war für mich persönlich auch wichtig, dass ein klarer Plan da ist.
00:14:26: Wir haben knapp 120 Mitarbeiter, davon ungefähr 70 in der Produktion, 50 im Büro und was ich nochmal ausstellen möchte, worauf ich besonders schätze,
00:14:34: wir haben über 15 Azugis bei uns in fünf verschiedenen Ausbildungsberufen. Das ist unsere Zukunft.
00:14:39: Das ist schon ganz schön knackig. Was lernen die bei Ihnen?
00:14:42: Wir haben drei Ausbildungsberufe in der Produktion unter anderem Fachkraft für Metalltechnik oder Konstruktionsmechaniker, aber auch im Büro bilden wir den Kauf und die Kaufraufführ-Büromanagement aus
00:14:51: und technische Produktdesigner, ganz wichtig für uns, um neue Geräte zu entwickeln.
00:14:55: Also Sie sind vorbereitet auf den Fachkräftemangel?
00:14:57: Wir spüren wenig Fachkräftemangel, weil wir unsere eigenen Fachkräfte entwickeln.
00:15:02: Darin sehe ich auch eine Aufgabe für Unternehmer.
00:15:05: Der Fachkräftemangel ist selbst gemacht, wenn man sich nicht damit beschäftigt, junge Menschen das Handwerk beizubringen.
00:15:10: Ich bin stolz auf unsere Azubis, die wir haben, die zum Teil im ersten Lehr schon wichtige, verantwortungsvolle Rollen übernehmen
00:15:16: und sind in der Firma und mache mir dementsprechend sehr wenig Sorgen um die Zukunft.
00:15:19: Herr Schäfer, das ist was, das Sie schon begonnen haben, oder? Mit den Azubis, wissen Sie noch, wann Sie Ihren ersten Azubi ausgebildet haben hier?
00:15:29: Ach du je, das weiß ich nicht, das ist so lange her, ich habe es vergessen.
00:15:32: Aber eigentlich haben wir schon immer Auszubildende gehabt, aber tatsächlich nicht so viele.
00:15:36: Denn das bindet ja schon eine ganze Menge Energie und wir sind ja auch in den letzten Jahren recht kräftig gewachsen.
00:15:41: Also wir hatten immer so, vielleicht drei, vier Auszubildende, dass wir jetzt 15 haben, macht uns stolz, dass sie zu uns kommen.
00:15:48: Das ist aber auch wieder ein Werk von den Lorenz, weil ganz einfach unsere Anzeigen, die wir schalten, echt knackig sind, in der Presse und überall.
00:15:55: Es wird sehr lobend erwähnt, weil wir gehen da ein bisschen moderner ran. Mit schönen Ideen.
00:15:59: Wenn das schon so modern ist, dann ist es bestimmt nicht mehr klassisch, Zeitung. Oder Herr Lorenz?
00:16:05: Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal in Entscheidung getroffen habe in der Zeitung zu anhofftieren.
00:16:09: Das ist mit Sicherheit sechs, sieben Jahre her, noch bevor ich hier bei Spielbühnen angefangen habe.
00:16:13: Die Zeitung ist in meinen Augen für die Mitarbeitersuche in Todesmedium.
00:16:17: Das geht heute nur über den digitalen Weg. Aber in meinen Augen noch wichtiger ist der digitale Weg,
00:16:21: ist der persönliche Kontakt und den pflegen wir sehr stark hier in der Region.
00:16:24: Wir haben jedes Jahr mehrere Schulen, die uns besuchen und auch Schulen, wo wir hingehen.
00:16:28: Wir gehen auf alle Ausbildungsmessen, die im Umkreis von 50 Kilometern rund um unsere Stadt stattfinden
00:16:33: und versuchen überall den direkten Kontakt zu nehmen.
00:16:36: Weil das das Wichtigste ist, im persönlichen Gespräch kann man Mitarbeiter immer am meisten von sich begeistern.
00:16:41: Das geht immer noch besser als alle digitalen Wege, die da sind.
00:16:44: Das heißt für uns auch natürlich eine große Fleißarbeit, gerade in der Personalabteilung.
00:16:48: Wir haben zwei sehr, sehr fleißige junge Damen, die das gemeinsam gestemmt haben,
00:16:52: unser Ausbildungskonzept so weit zu entwickeln, dass wir so auf die
00:17:03: erfolgreich so viele Azubis bei uns auch jeden Tag begrüßen dürfen.
00:16:59: Also wichtig ist, glaube ich, der Mix.
00:17:00: Wir entscheiden uns nie nur für Einmedien, sondern sind meistens in vier oder fünf
00:17:04: verschiedenen Medienvertreten. Wir nutzen LinkedIn, wir nutzen Facebook,
00:17:07: aber ganz klar auch hier regionalen Meeting Point für uns eine beste Plattform,
00:17:11: um neue Mitarbeiter zu generieren.
00:17:13: Nichtsdestotrotz die meisten Kontakte entstehen über die persönlichen Gespräche
00:17:17: auf Messen, Schulbesuchen etc. und was ich eigentlich am schönsten finde
00:17:21: durch die persönliche Empfehlung.
00:17:22: Wir haben sehr, sehr viele Bewerber sowohl im Bereich der fest angestellten
00:17:26: Mitarbeiter als auch bei den Azubis, die zu uns kommen, weil sie auf Empfehlung
00:17:29: anderer hier sind und ich glaube ein größeres Lob an unsere Belegschaft kann es
00:17:33: nicht geben, als dass man sich gegenseitig empfiehlt.
00:17:35: Es stimmt bei Ihnen vor allem auch menschlich, oder?
00:17:37: Das war uns ganz wichtig, also meinem
00:17:39: Geschäftspartner und mir ist ganz wichtig.
00:17:41: Wenn man nicht gerne zur Arbeit fährt, das bringt nichts.
00:17:44: Da muss ich wohlfühlen.
00:17:45: Das ist auch das, was mir sicherlich fehlen wird später.
00:17:48: Haben Sie niemals gedacht, wie klären wir das denn jetzt?
00:17:53: Es ist eine Umstellung.
00:17:55: Ich musste lernen.
00:17:56: Früher habe ich immer gesagt, du machst das, das, das.
00:17:59: Jetzt muss ich erst mal fragen, wie würdest du das machen?
00:18:03: Das ist ein kleiner Unterschied, aber man gewöhnt sich schnell dran und man sieht
00:18:06: auch, dass andere Meinungen durchaus berechtigt sind.
00:18:10: Und wir haben bis jetzt immer Kompromisse gefunden.
00:18:11: Von daher gab es kein Ärger.
00:18:13: Wollen Sie mal ein Beispiel nennen, Herr Schäfer?
00:18:16: Vielleicht eines von gestern.
00:18:17: Ich bin mehr der aus dem Bauch raus entscheidende.
00:18:21: Du mehr der Zahlenmensch.
00:18:22: Wir hatten gestern ein Spielgerät, was zu teuer war.
00:18:25: Ich habe mir das Bild an die Wand werfen lassen und gedacht, das könnte man ändern.
00:18:29: Das könnte man ändern.
00:18:30: Seiner herangehensweise war, ich bin gemerkt,
00:18:33: gibt mir mal die Kalkulation, welche Teile sind die teuersten?
00:18:36: Wo können wir am meisten sparen?
00:18:38: Zeigt viele Wege für nach oben und wir haben eine Lösung gefunden.
00:18:42: Wirkliche Reibereien hat es nie gegeben.
00:18:44: Das ist auch gut so.
00:18:45: Aber gerade das erste Jahr war für uns gemeinsam,
00:18:48: glaube ich, sehr, sehr wichtig, um uns gegenseitig kennenzulernen.
00:18:50: Es gab viele Termine, wo wir heiß diskutiert haben, würde ich sagen.
00:18:54: Und wo sehr unterschiedliche Meinungen aufeinandergeprallt sind.
00:18:56: Aber was Herr Schäfer angesprochen hat,
00:18:58: ich glaube, das Wichtigste ist, dass man immer gemeinsame Kompromisse findet
00:19:00: und Entscheidungen im Sinne der Firma trifft.
00:19:02: Und dafür folgen wir gemeinsam das gleiche Ziel.
00:19:04: Und so war es auch nicht schwer, sich dann zu einigen.
00:19:07: Was war denn für Sie das größte Hindernis?
00:19:09: Also ein Hindernis habe ich nie gesehen, muss ich sagen.
00:19:12: Es gibt sicherlich viele Herausforderungen,
00:19:14: wenn man in eine neue Firma reinkommt und eine neue Rolle übernimmt.
00:19:18: Das fängt damit an, dass es ein fremder Fachbereich ist,
00:19:20: in den man sich einarbeiten darf.
00:19:23: Ich habe das sehr geschätzt.
00:19:24: Das ist nicht das erste Mal, dass ich in neue
00:19:25: Fachbereiche reingekommen bin und freue mich, auch Neues lernen zu dürfen.
00:19:29: Aber das Lernen, wie eine Firma funktioniert, ist, glaube ich, ganz wichtig.
00:19:32: Was ich über die Jahre auch gelernt habe, ist,
00:19:34: dass man Veränderungen behutsam angehen muss.
00:19:37: Und ich hatte die Chance, im ersten Jahr die
00:19:39: Firma in Ruhe kennenzulernen, aus der Rolle der Assistenz heraus
00:19:42: alles zu erfahren, wie die Firma funktioniert,
00:19:44: worauf sie aufgebaut ist und wie die Mitarbeiter auch hier arbeiten und denken.
00:19:48: Um dann abgestimmt die Entwicklungsschritte der Firma voranzutreiben
00:19:52: und nicht zu früh mit zu viel Änderung reinzugehen.
00:19:55: Wie geht man mit Alten um, die dagegen sind?
00:19:57: Das passiert nicht, wenn man sie mitnimmt auf den Weg und versteht, was auch die
00:20:01: ältere Generationen schätzt und was ihnen wichtig ist, als ein Arbeitgeber.
00:20:05: Sie haben das eben schon erzählt.
00:20:06: Herr Schäfer, dass ja eigentlich die Familie gar nicht ganz rausgeht.
00:20:11: Also Sie und ihr Alter mit Gründer,
00:20:14: Sie halten weiterhin Anteile, die in der Familie bleiben?
00:20:18: Genau. Seine GmbH und die
00:20:20: Gesellschafteanteile sind in unseren beiden Familien.
00:20:23: Fungieren Sie dann hier als zukünftiger
00:20:26: Geschäftsführer ohne eigene Gesellschaftsanteile?
00:20:30: Also was die Zukunft bringt, muss man schauen.
00:20:32: Ich bin schon über ein Jahr hier Geschäftsführer in der Firma
00:20:35: und ja, aktuell ohne Gesellschaftsanteile.
00:20:37: Ich bin also ganz normal ein Angestellter
00:20:38: Geschäftsführer, wie das in vielen Firmen auch tatsächlich üblich ist.
00:20:42: Mussten Sie sich dann nicht auch mit Ihrem
00:20:45: Mitgründer noch mit abstimmen, Herr Schäfer?
00:20:50: Ja, wir besprechen eigentlich so ziemlich alles zusammen.
00:20:53: Das ist tatsächlich noch in den Händen von meinem
00:20:55: ehemaligen Geschäftspartner und mir, mein Geschäftspartner.
00:20:58: Allerdings verlagert es sich, weil sein Sohn
00:21:02: geschäftlich sehr erfolgreich und er übernimmt das Stück für Stück und auch meine
00:21:06: älteren Kinder.
00:21:07: Das ist eine ganz klassische Situation, die wir vorfinden, dass die Gesellschaft
00:21:11: einmal geründet würde und dass die Kinder in die Fußstapfen der Eltern treten
00:21:15: und Verantwortung für die Anteile als Gesellschaft übernehmen.
00:21:18: Und in der Situation bei uns hatte sich so ergeben, dass die Kinder zwar in der
00:21:23: Verantwortungsrolle als Gesellschaft tätig sind, aber halt nicht in der Rolle
00:21:27: der Geschäftsführung. Und da jede GmbH laut
00:21:29: Gesetz nur mal eine Geschäftsführung braucht, bin ich derjenige, der diese Rolle
00:21:33: ausführen darf.
00:21:34: Wenn ich Sie so angucken und Sie so gleich schwingen sehe,
00:21:37: dann haben Sie das eher auch nicht bereut, ne?
00:21:40: Ja, absolut nicht. Sonst wäre ich nicht hier.
00:21:41: Also wir haben damals einen Fahrplan gemeinsam aufgestellt,
00:21:44: wie mein Einstieg in die Firma aussehen soll über die ersten drei Jahre.
00:21:48: Der hat sich sehr, sehr gut bewahrheitet durch eine tolle Unterstützung auch der
00:21:52: beiden Gesellschaften vor allem.
00:21:53: Und ich bin absolut zufrieden, wie sich das
00:21:55: Ganze entwickelt hat und je jeden Tag mit Spaß und Motivation her, weil ich weiß,
00:21:59: dass ich mit einem tollen Team hier viel erreichen kann.
00:22:01: Wie sah denn dieser Fahrplan genau aus?
00:22:04: Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich im ersten
00:22:06: Jahr die Firma kennenlernen kann als Assistent und habe aus der Assistentenrolle
00:22:10: heraus verschiedene Projekte umgesetzt, bin im zweiten Jahr als Prokurist dann in
00:22:14: die Verantwortung gegangen, auch Entscheidungen für die Firma zu treffen
00:22:17: und habe im dritten Jahr dann die Geschäftsführung übernommen.
00:22:20: Und wenn ich Sie so angucke, Herr Schäfer, Sie haben das auch nicht bereut, ne?
00:22:24: Nein.
00:22:25: Haben Sie nie gedacht, ach, ich wünschte, das wäre jetzt hier mal leichter oder das
00:22:31: ging ja jetzt mal anders?
00:22:33: Also die Frage ist immer aus welcher Perspektive man das betrachtet
00:22:36: aus der Perspektive einer Führungskraft gibt es jeden Tag Situationen, die schwierig
00:22:41: sind und die herausfordernd sind.
00:22:42: Und man fragt sich jeden Tag, warum ist das jetzt eigentlich so?
00:22:45: Ich mache das jetzt aber seit über 15 Jahren als Führungskraft.
00:22:48: Und insofern ist man sich dessen auch bewusst, wenn man sich für so eine Rolle
00:22:51: entscheidet, dass man jeden Tag vor Herausforderungen gestellt wird.
00:22:54: Das ist ehrlicherweise auch genau das, was ich an meinem Job schätze.
00:22:56: Welche Probleme erwarten Sie denn hier so mit, den Sie nicht gerechnet hätten?
00:23:01: Also im Idealfall gibt es ja keine Probleme, mit denen man nicht rechnet.
00:23:04: Das ist ja eine meiner Aufgaben hervorzusehen, was könnte passieren und
00:23:07: die Firma darauf vorzubereiten, dass man auf die Probleme vorbereitet ist.
00:23:10: Aber wir gehen gerade durch eine Krippewelle.
00:23:12: Wir haben manche Teams die Größe sind und andere Teams die kleiner sind.
00:23:15: Und wenn ich ein Team mit drei Mitarbeitern in einem Bereich habe und
00:23:18: dann alle drei auf einmal krank sind, dann muss man natürlich überlegen, was mit
00:23:21: diesem Team in der Woche passiert, wer die Aufgaben übernehmen kann und wer
00:23:24: einspringen kann.
00:23:25: Natürlich sehen wir auch gerade aufgrund der vielen wirtschaftlichen Situationen
00:23:29: Schwankungen im Markt, die auch uns nicht unten beeindruckt lassen.
00:23:32: Wir haben aber vor Jahren schon die Entscheidung getroffen, uns
00:23:34: international stärker aufzustellen, um gerade die Schwankungen, die im deutschen
00:23:37: Markt stattfinden, besser ausgleichen zu können.
00:23:39: Und diese vorher Planungen, wo wir sagen, was können wir anders und besser machen,
00:23:45: um Unabhängiger von Problemen, die plötzlich kommen zu sein, hilft uns
00:23:48: häufig im Tagesgeschäft dann entspannt zu bleiben.
00:23:50: Einfach mal eine Runde rutschen.
00:23:52: Hatten Sie einen Haken oder ein Fragezeichen, Herr Schäfer?
00:23:55: Ja, wir haben ein Mammutprojekt bei uns angefangen, das heißt Digitalisierung.
00:24:01: Da bin ich sehr froh, dass ich älter bin.
00:24:04: Das ist wirklich ein Hammerprojekt, das sehr viel, sehr viel Geld, aber auch sehr
00:24:08: viel Energie kostet und die ganze Firma muss mitgenommen werden.
00:24:11: Und das war auch, glaube ich, so ein bisschen, wo du dir die Zähne
00:24:15: dran ausbeißt, aber super geschafft hast, weil jetzt es läuft.
00:24:19: Ich habe oben ein super laufendes Atelier gesehen, mit lauter, fröhlich vor
00:24:23: sich hin arbeitenden, nicht besonders alten Menschen, die alle was Hübsches auf hatten
00:24:29: auf ihren zwei, drei Bildschirmen.
00:24:31: Wieso war das so schwer?
00:24:33: Ist das noch so komplex heute?
00:24:35: Na Digitalisierung musst du besser erklären.
00:24:37: Da bist du besser drin.
00:24:39: Wir sind eine Firma, die 30 Jahre sehr stabil und organisch gewachsen ist.
00:24:43: Aber wir sind entstanden als Handwerksbetrieb, muss man sagen.
00:24:47: Und aus einem klassischen Handwerksbetrieb heraus ist das digitale Arbeiten gerade
00:24:51: vor 20 oder 30 Jahren sicherlich nicht gegeben gewesen.
00:24:54: Das heißt, wir haben die Herausforderung gehabt, dass wir eine Firma mit über 100
00:24:58: Jahren auf eine neue Software einstellen mussten.
00:25:01: Dieses Software musste programmiert werden, so dass in der Firma funktioniert.
00:25:05: Und das im laufenden Tagesgeschäft, wir können es uns ja nicht leisten und sagen,
00:25:08: wir machen jetzt mal ein halbes Jahr Pause, produzieren mal ein halbes Jahr nichts und
00:25:10: für eine Software ein.
00:25:12: Das heißt, im laufenden Tag das Geschäft mussten alle Mitarbeiter
00:25:15: lernen, mit der Software umzugehen.
00:25:16: Sie musste an unsere Prozesse angepasst werden.
00:25:19: Und die Schnittstellen zwischen den Einsamteilungen mussten auch klar gesetzt werden.
00:25:22: Und das war ein Riesenprojekt.
00:25:24: Ich habe in Unternehmen gearbeitet, die Konzernen größer haben, die für so
00:25:28: ein Projekt 500 Millionen ausgeben und die das Projekt gestoppt haben, weil sie es
00:25:31: nicht geschafft haben als Konzern.
00:25:33: Deswegen bin ich umso mehr stolz auf unser Team, dass wir es als
00:25:35: Mittelstände-Unternehmen innerhalb von einem Jahr geschafft haben, mit
00:25:39: Software live zu gehen und damit auch stabiler unser Tagesgeschäft abzuwickeln.
00:25:42: Ich habe gedacht, die Spielbau ist mindestens zu Hälfte
00:25:46: ein Handwerksbetrieb, wo einfach Spielzeug gemacht wird.
00:25:49: Setzen die denn alle immer zu am Rechner?
00:25:51: Ich hätte jetzt gedacht, das machen nur die Künstler im Atelier.
00:25:55: Wir fertigen sehr, sehr viele Sonderkonstruktionen für unsere Kunden.
00:25:59: Das heißt, wir haben neben einem sehr breiten Produktportfolio, was wir dem
00:26:02: Kunden anbieten, die Möglichkeit, alle Sonderwünsche, die den Kunden hat,
00:26:05: umzusetzen. Wenn er sich eine Dinosaurier wünscht, der 50 Meter lang und 10 Meter
00:26:09: hoch ist, dann bauen wir das.
00:26:11: Damit wir das bauen können, brauchen wir sehr gut qualifizierte Designer und
00:26:14: auch Konstrukteure.
00:26:15: Und die müssen die Vorarbeit leisten, damit unsere Mitarbeiter in der Produktion
00:26:19: in der Lage sind.
00:26:20: Anhand der Pläne, die erstellt werden, das Ganze zu bauen.
00:26:23: Deswegen ja, wir haben mehr als andere Firmen, sicherlich im Büro auch
00:26:27: Mitarbeiter, die tätig sind, und gerade in diesem Bereich der Sonderkonstruktionen
00:26:31: auch die Projekte erfolgreich abschließen zu können.
00:26:34: Verstehe.
00:26:35: Wann werden Sie denn aus dem Unternehmen ausscheiden, Herr Schäfer?
00:26:40: Wahrscheinlich zum Ende des Jahres oder vielleicht noch ein Jahr mehr.
00:26:45: Das werden wir sehen.
00:26:47: Freuen Sie sich darauf, Herr Lorenz?
00:26:49: Ich würde sagen, wahrscheinlich noch ein Jahr mehr.
00:26:51: Ich freue mich sehr, dass Herr Schäfer da ist.
00:26:53: Er ist eine große Stütze für uns und gerade für mich als Jungeinsteiger in
00:26:57: dieser Branche ist es sehr, sehr wertvoll, von den Erfahrungen der Gründer zu
00:27:01: partizipieren und die auch immer wieder um Rat fragen zu können.
00:27:05: Bei Entscheidungen, wo ich sage, es macht Sinn, sich auch vielleicht nochmal
00:27:08: eine andere Meinung einzuholen.
00:27:09: Und was für mich vor allem wertvoll ist, ist, dass mir die beiden Gründer so viel
00:27:13: frei rumlassen, trotzdem meine eigene Entscheidung zu treffen.
00:27:15: Insofern freue ich mich über jedes Jahr, was Herr Schäfer und Herr Schäfer noch
00:27:19: mit bei uns verbringen, um die Firma in ihrer Entwicklung weiter zu begleiten.
00:27:22: Wenn Sie diesen Unternehmerinnen oder Unternehmern da draußen noch einen
00:27:27: Hinweis geben dürfen, was vielleicht jeder für sich beherzigen sollte, um leichter
00:27:32: Lust zu lassen, Herr Schäfer, was wäre das denn wohl?
00:27:35: Dass mit dem loslassen ist, ist halt so ein Ding.
00:27:37: Das kann nicht so einfach.
00:27:38: Man sollte, wenn man noch genug Energie hat, sich irgendwas suchen, was man dann machen will.
00:27:43: Reisen, segeln gehen.
00:27:45: Aber nur segeln ist vielleicht auch so langweilig.
00:27:48: Von daher bin ich eigentlich noch ein bisschen dankbar, dass ich ab und zu hier sein darf.
00:27:52: Was haben Sie sich denn für ein neues Hobby gesucht?
00:27:55: Oder haben Sie doch keine so ein Bleib deshalb?
00:27:59: Noch nicht so richtig.
00:28:00: Ich werde sicherlich segeln, aber nicht du, das wird so langweilig.
00:28:05: Herr Lorenz.
00:28:06: Ein Tipp, den man vielleicht jungen Menschen mitgeben kann, die einen ähnlichen Weg
00:28:10: anstreben, ist, dass man sich vorbereitet, in so eine Rolle reinzukommen, was mir
00:28:15: geholfen hat, um die Verantwortung, die mir zugetraut wurde, hier zu übernehmen ist.
00:28:20: Die Ausbildung, die ich in den Jahren davor im Konzern und auch im Start-up genießen
00:28:24: konnte, die Verantwortung als Führungskraft für andere Menschen zu übernehmen.
00:28:28: Ich glaube, es ist sehr schwer, wenn man so was als erste Rolle direkt hat, so was
00:28:31: dann auch zu meistern, weil viele Fragen auf einen zukommen.
00:28:35: Aber die Möglichkeit, mich vorher persönlich weiterzuentwickeln, um dann hier
00:28:40: in der Firma meinen Glücksort zu finden, an dem ich meine
00:28:44: Gelernenfähigkeiten dann noch einbringen kann, war für mich der beste Weg.
00:28:47: Besten Dank, die Herren.
00:28:48: Und ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Ihnen auch noch viel Spaß beim
00:28:53: Spiel dazu erfinden.
00:28:55: Herr Schelfer.
00:28:56: Danke schön, Frosuster.
00:28:58: Vielen Dank, dass Sie da waren.
00:28:59: Hat uns sehr viel Spaß gemacht.
00:29:00: Und damit mit diesem Interview in Brandenburg bei der Spielbau GmbH
00:29:07: gehe ich zurück zu Iakapotsdam in der Breitenstraße.
00:29:11: In dort bin ich verabredet mit Andreas Lehmann.
00:29:16: Er ist dort schon seit nahezu 20 Jahren Berater, vor allem für das Thema
00:29:24: Unternehmensnachfolge. Guten Tag, Herr Lehmann.
00:29:27: Guten Tag, Froschuster.
00:29:28: Herr Lehmann, Sie kennen natürlich den Meeting Point, oder?
00:29:32: Ja, den kenne ich.
00:29:33: Es ist eine Möglichkeit, tatsächlich auch Kontakt zu einen anderen aufzunehmen.
00:29:37: Aber die IAK hat, wie ich Sie kenne, noch ein paar andere Angebote in Petto, oder?
00:29:43: Wir sind Regionalpartner, aber auch
00:29:45: Kooperationspartner in zwei weiteren Plattformen, die sehr interessant sind.
00:29:50: Zum Beispiel auf die im letzten Jahr
00:29:53: Oktober gestartete Nachfolgezentrale Brandenburg, aber auch die Möglichkeit
00:29:59: in der Next Change Unternehmensnachfolge Börse durch ein Inselrat auf Sie aufmerksam zu machen,
00:30:06: ist eine weitere Möglichkeit.
00:30:07: Bei der Next Change Nachfolge Börse stellt man ein kostenfreies Anonymes
00:30:13: Inselrat ein in eine bundesweiten Börse und hofft auf entsprechende Nachfragen,
00:30:19: die man dann über diese Börse generiert.
00:30:23: In der Nachfolgezentrale, die ganz anonym ist, da gehen beide Seiten ihre Suchkriterien ein,
00:30:30: sowohl zu der suchenden Person, aber auch zu dem abgehenden Unternehmen und bei
00:30:35: Einstimmungen gibt es sozusagen ein Match und auf diese Art und Weise werden dann die
00:30:41: entsprechenden Suchen kontaktiert und zueinander gebracht.
00:30:45: So eine Art Nachfolgetinder?
00:30:47: Ja, so kann man es auch nennen, so dass das alles anonym und kostenfrei ist.
00:30:52: Gibt es denn eigentlich für unterschiedliche Branchen auch Plattformen, die sich mehr oder
00:31:00: weniger anbieten, haben Sie sowas auch schon mal festgestellt?
00:31:03: Also in den Börsen selbst kann man natürlich auch entsprechend den Branchen suchen und
00:31:09: filtern, sonst kann ich nur vielleicht auch auf die entsprechenden Broschüren oder
00:31:16: Illustrierten, die auch in den Branchen es gibt, hinweisen.
00:31:20: Also wenn man zum Beispiel aus der Gastronomie vielleicht im Gasgewerbezeitschrift
00:31:25: nach jemandem findet, ist natürlich auch eine Möglichkeit, dass man das dort auch unternimmt.
00:31:31: In der richtigen klassischen Anzeige, wie ich annehme.
00:31:34: Was ist denn Ihrer Ansicht nach das allerwichtigste Kriterium, wenn man die Suche
00:31:40: nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin eröffnet, Herr Lehman?
00:31:45: Die wichtigsten Kriterien seitens der
00:31:47: Abgeber ist natürlich, sich konkret drüber zu verständigen, was suche ich eigentlich
00:31:55: und was habe ich aufzubieten.
00:31:57: Das heißt, man macht Angaben zu den entsprechenden Unternehmen und zu seinen
00:32:01: Unternehmenskonzept und erläutert, welche Kriterien, welche Erfahrungen er auf
00:32:07: der entsprechenden Käufer oder Nachfolger mitbringen sollte.
00:32:11: Auf übernehmerseite, wenn man dort auf der Suche ist, ist es natürlich auch
00:32:15: wichtig zu formulieren die entsprechenden Qualifikationen, die man mitbringt und
00:32:20: vielleicht auch die Eigenmittel.
00:32:22: Beeindruckt hat mich schon, dass Herr Schäfer auch mit seinen anderen
00:32:26: Gesellschaftspartner sich ganz konkrete Überlegungen gemacht haben und einen
00:32:32: Plan sozusagen zur Übergabe, was sie sich vorstellen können.
00:32:36: Und auch die frühzeitige Gewinnung einer Führungskraft wie Herr Lorenz,
00:32:42: mit denen sie von Anfang an ganz klar und offen über diese Nachfolge, über diese
00:32:48: Übergabe besprochen haben, einen Plan für beide entwickelt haben.
00:32:53: Das kann man nur begrüßen, so dass jeder damit eine gewisse Vertrauen aufbauen
00:32:59: brunte. Das kann man wirklich jenomal positiv hervorstellen.
00:33:02: Also eine ganz klassische Bestandsaufnahme, oder?
00:33:05: Ja, definitiv.
00:33:07: Vom Vorteil ist natürlich auch, wenn durch ein Inserat auch ersichtlich wird,
00:33:11: welche Potenziale und Entwicklungsmöglichkeiten das Unternehmen vielleicht noch für die
00:33:16: Zukunft hat, weil auch ein Nachfolger investiert dann eher in einem Unternehmen,
00:33:21: was tatsächlich dort noch Reserven und Optionen hat, um zu wachsen.
00:33:26: Und Wachstum wünschen wir uns alle bei
00:33:31: Maris in Brandenburg, dem Podcast der IHK-Protztam.
00:33:36: Ich danke Ihnen ganz herzlich, Herr Lehmann, dass Sie noch einen Moment Zeit hatten für uns.
00:33:41: Ich danke Ihnen auch.
00:33:42: Und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, danke ich fürs Einschalten.
00:33:47: Bis bald, sagt Stefanie Schuster.
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